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Bauen mit garantiertem Festpreis

Um höhere Kosten als anfangs budgetiert zu verhindern, gibt es Generalunternehmen, die einen Festpreis garantieren. Reto Sieber, Filialleiter St. Gallen und Lenzburg von Swisshaus, erzählt im Interview von den Vorteilen der Zusammenarbeit.

Was spricht dafür, bei einem Bauvorhaben einen Generalunternehmer beizuziehen?
«Zum einen aufgrund der Zeitersparnis: Wir hatten beispielsweise einen Kunden in Prag, der wusste, dass er innert neun Monaten ein Haus im Appenzellerland beziehen wollte. Weil er keine Zeit hatte, haben wir das Büro quasi nach Prag gebracht. So konnten wir gemeinsam das Ziel erreichen. Vielfach geht es heute auch um Bauzeitverkürzung. Im Unterlagsboden die Chemie zu verzögern, zu beschleunigen oder beizugeben sind Möglichkeiten, die wir auch anbieten. Doch wir arbeiten auch mit unseren Holzhäusern, mit denen wir in der Trockenbauweise schnell einen Rohbau erstellen können. Die Wirtschaftlichkeit stellt ebenfalls ein Thema dar. Bei den hohen Bodenpreisen ist es wichtig, beurteilen zu können, ob es Sinn macht, eine Parzelle mit ein, zwei Einfamilienhäusern oder einem Mehrfamilienhaus mit fünf bis sechs Einheiten zu bebauen.»

Wie läuft dies in der Praxis? Das Budget steht, der Kunde zahlt auf ein Konto ein, der Generalunternehmer verwaltet – da habe ich ein etwas mulmiges Gefühl.
«Wir sind uns bewusst, dass der GU diesbezüglich einen schlechten Ruf hat. Wir legen Wert darauf, dass jeder Kunde ein eigenes GU-Konto hat. Bei der Bank unterschreiben wir, dass wir dieses treuhänderisch und zweckgebunden nur für den Bau des Kunden verwalten. Das bringt auf der einen Seite sehr viel Sicherheit für den Kunden, auf der anderen Seite bedeutet dies für uns natürlich verwaltungstechnisch einen riesigen Aufwand. Denn wir führen parallel 200 bis 300 Konten.»

Wie können Sie Festpreise garantieren, wenn die Baupreise ansteigen oder ein Kunde immer wieder neue Ideen hat?
«Grundsätzlich verlangt dies eine gute Nachkalkulation. So haben wir immer die Sicherheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mit unseren Partnerunternehmen schliessen wir Jahresverträge ab, durch die wir langfristig wissen, was uns erwartet. Das bedeutet für den Kunden, dass wir ein sauber definiertes Preis-Leistungs-Verhältnis, also genaue Baubeschriebe, aufweisen. Zudem regen wir den Kunden frühzeitig zur Bemusterung an, damit wir bei Baubeginn möglichst wissen, was wir bauen.»

Haben Sie eine gewisse Einkaufsmacht und geben Sie die Preisvorteile den Klienten weiter?
«Wir kaufen selber nichts ein. Das machen wir bewusst so, weil wir den örtlichen Handwerkern kein Geschäft wegnehmen wollen. Es geht auch um Garantieleistungen: Nur wenn der Lieferant das «ganze Paket» verwaltet, kommt am Schluss für den Kunden etwas Gutes dabei heraus.»

Mit welchen Problemen haben Sie heute zu kämpfen, die es vor zehn Jahren noch nicht gegeben hat?
«Es handelt sich um Herausforderungen im Vorfeld: Meistens haben sie mit dem Grundstück zu tun. Die «optimalen» Grundstücke sind heute in der Schweiz einfach nicht mehr da. Optimal meint topfeben und bestmöglich erschlossen. Heute haben wir eher Grundstücke am Hang, mit Felsen, mit Pfählung oder mit Hangsicherung. Und zum Teil sind es auch Wiesengrundstücke, die noch gar nicht erschlossen sind. Also sprich, es ist weder eine Kanalisation, Wasser, Elektrisch noch Gas, auf dem Grundstück vorhanden.»