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Modernes Terrassenhaus in Mauren

Sylvia und Bruno Tschan hatten bereits Bauerfahrung, als sie in Mauren ihren Alterswohnsitz planten – ein Terrassenhaus mit vier Wohneinheiten. Der Mix aus diesen Erfahrungswerten und ihrer Offenheit für Neues führte zu einem bemerkenswerten Bau.

Modernes Terrassen-Mehrfamilienhaus im Minergie-Standard | Swisshaus AG
Seitenansicht modernes Terrassen-Mehrfamilienhaus | Swisshaus AG

Vor 35 Jahren haben Sylvia und Bruno Tschan in der Schweiz zum ersten Mal gebaut. Zuletzt am Zürichsee, wo das Paar bis vor zwei Jahren lebte. Bis zum Alter von 11 Jahren kannte Sylvia Tschan Mauren nur von Ferienaufenthalten, lebte später in Vaduz. Nachdem das Haus am Zürichsee für das Ehepaar zu gross geworden war und eine günstige Alternative in der Gegend nicht zu finden war, fand Sylvia Tschan: Warum nicht in Liechtenstein wohnen? Es wäre doch schade, wenn das geerbte Bauland brach liegt.

Das «bauen+wohnen»-Team durfte das Paar in seiner Wohnung im Hof in Mauren an einem sonnigen Vormittag besuchen. Durch die grosse Fensterfront gegen Süden wurde der Wohnraum von Sonnenlicht geflutet. Der Ausblick ist grandios und erfreut das Ehepaar sichtlich. Eine grosszügige Terrasse, auf welcher noch Schnee liegt, bietet im Sommer einen zweiten Lebensraum. «Wenn die Sonne scheint, wird es rasch angenehm warm im Haus», stellt Sylvia Tschan fest. Sie müsse dann die Storen herunterlassen. Die Tschans wussten, dass sie nicht alleine wohnen wollten. Ein Mehrfamilienhaus mit modernem Ausbau war ihr Wunsch. Zudem eine offene Wohnform und grosse Fenster. «Das ist wie draussen wohnen», so Sylvia Tschan. Auch wollte das Paar nach dem neuesten Standard bauen und entschied sich deshalb für ein Minergie-Haus. «Etwas anderes wäre nicht in Frage gekommen», so die Bauherrin.

Mit ihren Wünschen traten sie an den ausgesuchten Baupartner heran und waren sofort begeistert vom vorgeschlagenen Projekt. Während des ganzen Entstehungsprozesses brachte das Paar seine Erfahrungen mit ein. Architekt Alain Besse von Swisshaus freute sich darüber: «Kunden, die bereits über Bauerfahrung verfügen, sind viel konkreter. Sie wissen, was sie möchten.» Inspirieren liess er sich von den Wünschen an das Raumprogramm und durch die Anzahl der Wohneinheiten, aber auch durch die Lage und Ausrichtung sowie Topographie des Grundstücks. Aus der Zusammenarbeit entstanden ist schliesslich ein modernes Terrassenhaus mit drei identischen Wohneinheiten à 143 m2 und einer Attikawohnung mit 73 m2.

«Das Gebäude ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert», so Alain Besse. «Zum einen durch die Lage, die durch die Terrassierung optimal ausgenutzt wurde und zum andern durch den schlichten Baukörper.» Das Maximum an Wohnqualität mit der Hanglage so zu kombinieren, dass für alle Wohnungen ein hoher Grad an Individualität und Privatsphäre gewährleistet sind, eine grosse Terrasse, grosszügige Fensterflächen mit Panoramablick, ein lichtdurchflutetes Raumkonzept sowie ein gehobener Ausbaustandard mit Komfortlüftung zeichnen laut Besse das Objekt aus. Geheizt wird mittels Wärmepumpe, Sonnenkollektoren unterstützen die Warmwasseraufbereitung. Das Paar wollte eigentlich eine Erdwärmepumpe, die Gemeinde jedoch gestattete den dafür nötigen Einsatz einer Erdsonde nicht.

Ein weiterer Kompromiss musste bei den Garagen eingegangen werden. Der Architekt: «Für alle vier Wohneinheiten war je eine Doppelgarage vorgesehen. Aus baurechtlichen Gründen wurden jedoch nur drei genehmigt. Stattdessen wurden zwei Aussenplätze für die Attikawohnung realisiert.» In dieser lebte zuerst der Sohn des Paares und bestimmte somit deren Ausbau massgeblich mit. Auch diese Wohnung ist offen gestaltet und verfügt über eine grosse Terrasse. Etwas Besonderes am Gebäude ist die Elektrobiologie. Sylvia und Bruno Tschan war es ein Anliegen, die Strahlenbelastung der Elektroinstallationen möglichst gering zu halten. Ein Kupfernetz in allen Böden und zum Teil auch in den Wänden sowie speziell isolierte Kabel sorgen im ganzen Haus für Strahlenschutz. «Wir waren eben offen für Neues», sagt Sylvia Tschan.

Der Architekt habe ihnen bestätigt, dass ältere Menschen eher offen für Neues seien, sagt sie und lächelt. Der moderne Bau zeigt es. Wenn Sylvia Tschan durch ihr Haus geht, nennt sie dieses «wunderschön». Sie schätzt die Lage und die grosse Terrasse, ihr Mann die Ruhe, die gute Luft und die herrliche Aussicht der Wohnung. Zwar würde sie heute das Gäste-Badezimmer zugunsten des Büros ein wenig kleiner planen, doch das ist nur eine Kleinigkeit. «Wenn wir wieder bauen würden, gäbe es nicht viel zu ändern», bestätigt Bruno Tschan. Doch das wird ob des gelungenen Projekts wohl nicht der Fall sein.

«Wenn wir wieder bauen würden, gäbe es nicht viel zu ändern»

Bruno Tschan, Bauherr

Text: Tamara Beck
Fotos: Daniel Ospelt
Quelle: bauen+wohnen 1/10